Hat Gott Humor?
Von Sinn und Unsinn des Witzes
Heute hat mich Timogenes mit einem Kommentar herausgefordert. Er fragte mich, ob Humor überhaupt etwas Gutes sei. Ob Lachen das Lieblingswerkzeug des Teufels ist. Er stellt die These auf, dass Humor ein Machtinstrument ist und vielleicht die Abwesenheit von Witzen in der Bibel ein Indiz dafür sein könnte, dass Heiligkeit durch Humorlosigkeit gekennzeichnet ist. Ist Gott das, was übrig bleibt, wenn wir nicht mehr lachen?
Ich will nicht sagen, dass ich alle Antworten auf alle seine Fragen habe. Aber ich möchte meine Sichtweise zum Thema Humor darstellen und dabei zeigen, dass 1. die Bibel weniger ernst ist, als wir denken, 2. Humor an sich neutral ist und 3. der Einsatz die Wirkung des Werkzeugs bestimmt.
1. Gibt es Witze in der Bibel?
Zunächst einmal muss man sagen, dass Witz etwas extrem Spezifisches für die jeweilige Kultur und Sprache ist. Lernt man eine Fremdsprache, kommen Witze quasi erst im letzten Modul vor. Will man sie übersetzen, gehen sie verloren. Daher kann man meines Erachtens gar nicht sagen, wie viele Witze sich in der Bibel verstecken. Aber es gibt einige witzige Situationen:
Elia, wie er eine Wette mit den Baalspriestern abschließt, wessen Gott stärker ist und den Altar entflammen kann. Da rufen 450 Priester ihren Gott an, er solle Feuer schicken, und Elia ruft ihnen entgegen: „Ihr müsst lauter schreien, vielleicht ist Baal gerade auf dem Klo!”
Oder Sarah, die fast 100 Jahre alt ist und denkt, sie hört einen Witz, als der Prophet sagt, sie werde noch schwanger werden.
Oder Jesus, der seinen Jüngern sagt, sie versuchen anderen einen Splitter aus dem Auge zu ziehen, während sie selbst einen Balken im Auge haben.
Oder der junge Mann, der bei einer Predigt des Paulus einschlief und aus dem Fenster fiel. (Keine Sorge, er wurde wieder auferweckt.)
Ehrlich gesagt finde ich das schon ein bisschen witzig.
Darüber, ob Gott selbst Humor hat, finden wir keine direkten Aussagen, aber wir lesen in Psalm 2,4, dass Gott über seine Feinde lacht und spottet: „Der im Himmel thront, lacht — der Herr spottet ihrer.” So bierernst scheint Gott also nicht zu sein.
Timo könnte an dieser Stelle einwenden, dass dies ein Beispiel für die von ihm beschriebene Machtdemonstration sei. Ich würde sagen, in Gottes Fall ist dieses Lachen kein grausames Verlachen — es ist Ausdruck seiner Souveränität gegenüber etwas zutiefst Absurdem: dass Geschöpfe meinen, sie könnten es mit dem Schöpfer aufnehmen.
2. Ist Humor gut oder schlecht?
A) Sehen wir uns die Psychologie hinter Humor an, merken wir sehr schnell, dass Lachen unzählige positive Effekte hat. Lachen schüttet Endorphine aus, befreit und entspannt. Nicht ohne Grund gibt es Clowns, die in Krankenhäusern arbeiten, oder Lachyoga. Wer lacht oder auch nur lächelt, gilt nicht nur als sympathischer, sondern ist subjektiv auch glücklicher. Könnte ich Menschen allein durch Geld zum Lachen bringen, würde ich jedem einen Euro spenden — aber ich kann stattdessen etwas viel Kostengünstigeres tun: Scherze machen.
Das Schöne daran ist, dass es nicht nur euch, sondern auch mich glücklich macht. Lachen verbindet. Gemeinsamer Humor eint. Wer meinen Humor teilt, dem fühle ich mich näher. Und wenn ich jemandes Insider-Joke verstehe, gehöre ich sofort zum Club der Eingeweihten.
Darüber hinaus macht Lachen stark. Es kann einem in schweren Zeiten helfen, mit Stress umzugehen. Ich zum Beispiel habe in der Zeit, als unsere Kinder noch klein waren und die Nächte lang, sehr gerne zu den Comics von Baby Blues1 gegriffen oder die Twitter-Sammlungen von Familienbetrieb2 gelesen. Ich wollte lieber über die Anstrengung lachen als weinen.
Lachen vertreibt Angst und hilft, sich jemandem Stärkerem gegenüber zu behaupten. Wird ein Kind vom Klassenraudi schikaniert, hilft ihm ein cleverer Witz, sein Gesicht zu wahren und seine mentale Überlegenheit zu demonstrieren — selbst wenn es hinterher verprügelt wird. Ich erinnere hierzu auch gerne an das schöne Bild des Riddikulus-Zauberspruchs aus Harry Potter.
Ich denke, Lachen ist keine bloße Vermeidungsstrategie, sondern eine real wirksame und hilfreiche Strategie, mit Stress, Angst, Wut und Trauer umzugehen.
B) Gleichzeitig ist wahr, was Timo geschrieben hat: „Lachen ist das einfachste Mittel der Manipulation. Das trojanische Pferd der Gefühle. Nichts kränkt so, wie verspottet zu werden. Ein gemeines Lachen schafft ultimative Distanz, gemeinsam zu lachen ultimative Verbundenheit.”
Lachen verbindet — kann aber auch ausschließen. Vor allem, wenn Randgruppen bewusst angegangen werden. Lachen gibt Macht. Genau das kann genutzt werden, um zu verletzen, zu demütigen, abzuwerten, kleinzumachen. Witze auf Kosten anderer sind wie Messer in die Brust derer, die sich nicht wehren können — im schlimmsten Fall noch mit dem Vorwurf hinterher: „Hast du keinen Humor?”
Ein einziges „Haha. Scherz” dreht die ganze zuvor gemachte Aussage um 180 Grad und zieht den, der geschockt zugehört hat, ins Lächerliche. So wie Timo es in seiner Nachricht sehr schön demonstriert hat. Das Gegenüber bleibt perplex, beschämt und ohnmächtig zurück. Manipulation par excellence, in der Tat.
Ja, Humor ist Macht. Wer festlegt, was lächerlich ist, legt damit auch fest, was ernstzunehmen ist.
Ironie und Sarkasmus sind beliebte Methoden passiver Aggression. Jeder hat sicherlich schon schmerzhafte Erfahrungen in dieser Richtung gemacht. Und vulgäre Witze unter der Gürtellinie sind oft solche, die andere entwürdigen — ein billiges Mittel, sich über andere zu stellen.
3. Wie bewerten wir nun?
Die Bibel kennt diese beiden Seiten: In Epheser 5,4 steht ausdrücklich, dass sich Schändlichkeit, törichtes Geschwätz und Zoten nicht gehören. Andererseits heißt es in Römer 12,15: weint mit den Weinenden und lacht mit den Lachenden.
Ich denke, Humor ist ein neutrales, nicht moralisch aufgeladenes Werkzeug. Der Mensch ist ein humorfähiges Wesen — ähnlich wie er ein sexuelles Wesen ist. Ist Sexualität gut oder schlecht? Es kommt darauf an, wie und wofür sie verwendet wird. Kommt jemand zu Schaden, wird jemand verletzt, dann wurde sie missbraucht. Denn eigentlich soll sie Freude bringen — und tut es auch, wenn der Rahmen stimmt. So sehe ich es auch mit Humor. Er kann Freude und sogar Gesundheit schenken. Er kann jedoch auch vernichten. Die Frage ist, wessen Hände die Klinge halten. Daher: Ja, Timo, du hast recht — Humor ist teuflisch, wenn der Teufel die Klinge führt.
Deshalb sagt Humor auch so viel über den Charakter eines Menschen aus. Gebraucht er ihn als Werkzeug der Liebe, zur Maximierung der Freude und Lebensqualität anderer — oder als Waffe, um sich zu überheben und andere niederzureißen? Am Einsatz entscheidet sich der Wert und die Moral.
Sollten wir Humor meiden, weil er potenziell Schaden anrichten kann? Tim Thaler hat sein Lachen verkauft — und damit mehr verloren als er gewonnen hat. Der Verlust wäre zu groß.
Mein Fazit ist: Gott liebt Humor. Er hat ihn erfunden. Er hat eine Welt gemacht, die nicht grau ist, wie die von Momos Zeiträubern. Sie ist bunt und manchmal unwahrscheinlich komisch. Und sie ist schöner, wenn sie voller Lachen ist.
Ich bin überzeugt:
Gott liebt es, wenn wir dieses Lachen auf freundliche Weise mehren.
Lieber Timogenes, ich freue mich sehr, wenn du deine Gedanken hierzu mitteilst.
https://www.gocomics.com/babyblues (Kann ich gestressten Eltern nur empfehlen, wenn sie mehr lachen und weniger verzweifeln wollen.)
https://www.familienbetrieb.info/familien-tweets-der-woche-435/ (Das letzte Mal haben die scheinbar etwas im Jahr 2022 gepostet. LOL. Aber die Tweets sind immer noch lustig. Die sind auch der Grund, warum ich hier immer mal wieder Situationen mit meinen Kindern poste. Vielleicht hilft das ja auch jemandem zu überleben, im Familienwahnsinn.)

Tolle Reaktion. Und klasse beschrieben. Da ich nicht gläubig bin ist es für mich sehr abstrakt mit Gott, aber die Aussagen an sich sind sehr treffend.
Ob Gott, Teufel, Natur oder Mensch Humor/ Lachen sehe ich auch ersteinmal als positiv an, man kann es missbrauchen aber auch für soviel gutes nutzen. Er bringt uns Menschen näher zusammen und das ist doch das wichtigste.
Lieber Vektor, Danke für diese unverhofft schnelle und außerordentlich ausführliche Reaktion.
Ich unterscheide zunächst Lachen, als Ausdruck und Humor als Gefühl bzw. Teil des Charakters und der menschlichen Seele.
Lachen kann vom Herzen kommen und es ist ein Segen, gemeinsam zu lachen, herzlich sich zu amüsieren. Wohl ist Lachen aber auch einfach bloß ein Wort, dessen Betonung vom gemeinen Fluch, üblem sadistischen Spott und gemeiner Häme, liebevoller Aufmunterung, sportlicher Herausforderung bis zu feierlichem Triumph oder schüchternen Kichern reicht. Lachen ist eine internationale lautmalerische Körpersprache, die Menschen angeboren ist, und die geschult und entwickelt werden kann ohne erlernt werden zu müssen.
Humor hingegen, kommt auch ohne Lachen aus. Humor ist rein zwischenmenschlich. Es ist die Fähigkeit, sich zu amüsieren und umfasst auch die Fähigkeit, andere Menschen zu amüsieren. Humor kann vollkommen selbstlos sein, einfachstes, liebstes Glück. Doch Humor ist eine scharfe Klinge. So einfach wie sie mühelos und spielend sämtliche Barrieren überwindet und bis tief ins Innere dringt, so tödlich kann er sein. Im Gegensatz zur Grausamkeit, überschreibt Humor die natürliche Empathie und spricht direkt emotionale Affekte an. Daher ist Humor ein wahrer Generalschlüssel und Alleskönner.
Humor hält Kritik vom Leib. Er macht andere Mundtot. Er signalisiert Grenzen, er testet unbekanntes Terrain. Humor ist alles, was als Wut, Trauer oder Zuneigung riskant wäre. Humor hält immer die Hintertür offen. Vorne ist er offensiv und hinten stets zur Flucht bereit. Dort darf gespielt und entdeckt werden, im Humor ist man frei, wo man es sonst nicht sein dürfte. Sie ist die schmale Barriere, das Sicherungsseil und die Tauchleine: Der Humor lässt uns erkunden und erfahren und miteinander spielen. Die einzige Regel die er anerkennen muss: Keine Ernsthaftigkeit. Keine Eindeutigkeit. Keine Endgültigkeit. Der Clown darf Alles, der Narr kann wirklich alles und jeder sein. Aber nicht der Anführer, nicht Gott, nicht Partner. Denn der Narr ist niemandem treu. Humor braucht die absolute Freiheit.
Genau das macht ihn so mächtig und wichtig. Er ist die reflektierende und die herausfordernde Instanz. Humor macht alles gleich wertvoll und gleich wertlos. Humor kann und darf alles. Er verzerrt, vler vergleicht, er verleugnet, er widerspricht sich, er hat Recht, er übernimmt keine Verantwortung. Er degradiert alle zu Witzfiguren und alle haben Spaß. Humor bestimmt wer den Preis zu zahlen hat.
Witze schaffen Distanz. Witzen verachten ohne Bosheit. Witze begehren ohne Lust. Sie erniedrigen ohne Gewalt. Sie sind die Aufblasfiguren der Rethorik. Sie sind die ultimative Fassade, die perfekte (An-) Täuschung. Es gibt keine Möglichkeit sich gegen Humor zu wehren, er entwaffnet. Wenn Humor sein Ziel erreicht? Wunderbar. Dann war es kein Witz. Falls er verliert, in die Ecke gedrängt wird oder verletzt? Egal. War ja nur ein Witz.
"Stell dich nicht so an". "Tut mir Leid, war nur ein Scherz". "Der Dummkopf/Wüterich versteht keinen Spaß". Stets ist die Fluchtroute perfekt gepflastert, wer Witzelnd sich einbringt.
Gegen den Humor hilft nur Flucht. Oder Konfrontation. Daher ist Humor der ultimative Zwang. Wer die Themen setzt, wer sich durchsetzt, worüber gelacht wird, oder auch nicht, der reißt damit das fundamentalste soziale Kraftverhältnis an sich, der geht an die Substanz, der erzwingt die Positionierung. Wer über diese Grenze frei verfügt, der schiebt damit die Grenze zwischen "harmloser, herrlicher Fröhlichkeit" und "existenzvernichtendem Spott und Schutz" umher wie Schieberegler.
Wo der Witz nicht halt macht, ist die Achtung fort. Er schneidet, wo sonst nichts anderes schneidet. Der Witz zwingt: Lach mit mir, oder kämpf mit mir. Oder verschwinde von hier. Der mit Humor angegangene muss wählen: Anschluss, mitlachen? Ausschluss, schweigen? Oder Konfrontation, das ist nicht lustig?
Nur die Konfrontation wird dem Witzemacher gefährlich: Hier ist er es, der gespiegelt und in Frage gestellt wird. Er muss erwidern. Bleibt er dabei? Dann muss er seinen Humor behaupten. Entschuldigt er sich, rudert zurück, passt sich an? Dann war der Witz auf seine Kosten. Oder geht er an die Substanz: Ja, das war sehr lustig. Was willst du tun, wenn ich weiterlache?
An kaum einer anderen Stelle ist die Menschlichkeit so dünn. Ein einziges: "Wie bitte? Was hast du gerade zu mir gesagt?" und einer bleibt liegen. Wo Humor sich zu weit hinauswagt, und dieses Risiko hat er überall, wo er zu kühn wird, ist er die letzte Kontaktlinie.
Gemeinsam lachen ist toll. Doch über etwas lachen, ist auch in die andere Richtung mächtig. Ausdruck tiefster Missachtung. Höchsten Sadismus. Arrogantester Geringschätzung. Ein ehrliches Lachen an der "falschen Stelle" ist schärfer als jede Beleidigung. Wie könnte man tiefer verachten, als wenn tiefes Leid, jemanden wahrhaft unterhält und belustigt? So nieder und tief ist nichts anderes. In beiden Richtungen scharf.
Und das macht Humor so mächtig. Er ist simpel. Er braucht bloß ein Lachen, ein Grinsen als Kapuze. Ein kleines Kichern. Ein Schmunzeln. Armin Laschet besuchte das überflutete Ahrtal und war politisch vernichtet. Wer in so einer Situation lacht, ist ein Empathieloser Wicht. Er wurde aufgenommen, er vergaß die Kameras. Vielleicht war er der einzig optimistische vor Ort. Vielleicht war er ganz woanders in Gedanken. Er war erledigt. Alle hatten die sich von ihren Agenten und Sekretären schnell neue Gummistiefel besorgen lassen und sich vor der Presse inszeniert.
Die PR-Wirkung war ein ausgelassenes Lachen außerhalb der Interviews.
Wer entscheidet was lustig ist und was nicht, wer den Humor deutet, wer die Hoheit über Ernst und Witz hat, der hat alle anderen in der Hand. Denn der Witz ist das Mittel der Kritiker. Im privaten Rahmen ist er eine kleine harmlose zwischenmenschliche Komponente.
In der Öffentlichkeit ist der Humor alles. Wer entscheidet was nicht lustig ist, entscheidet über das innerste Empfinden und den äußersten Ausdruck. Das kann nur Humor. Wo der Humor die Lücken lässt, darf sich der Ernst häuslich einrichten. Ein kleiner Witz reicht: Dein Anliegen ist hinfällig. Dein Wissen auf dem Müll entsorgt. Deine Reputation hinfällig. Dein Verbrechen unsichtbar gemacht. Deine Schande reingewaschen. Der Humor heiligt. Der Humor schändet. Der Humor ist der tiefste innerste Ausdruck.
Popoesie ist fürn Arsch. Nett, aber nutzlos. Ungefährlich, unbedeutend.
Deswegen sind Pädagogen solche Spaßvögel. Immer einen Spruch auf den Lippen. Denn Autorität ausstrahlen erfordert Kraft, Reifen, Demut. Humor ist billig, wenn er gut gespielt wird: Bloß ein bisschen lächeln, bloß ein Schmunzeln, ein paar harmlose auf meine Kappe, dafür die Freude ein paar Volltreffer mit dem Tomahawk zu landen. Wer über andere sich erhebt, wer andere zu belehren wünscht, wer gerne Macht ausübt ohne sich in Gefahr zu begeben, wer sich nie festlegt, sich alle Türen aufhält, stets eine Maske trägt, wer feige sich wegduckt und vor Obrigkeiten buckelt und gern nach unten tritt,
Für den ist Humor die Lieblingswaffe. Der Scharfschütze, der auf die schwächsten und Verletzlichsten schießt. Für diejenigen, die das Risiko verabscheuen und ihr Machtstreben hinter moralischen Plattitüden dekoriert und im Gewand des Intellektuellen und Gelehrten verleugnen, für diejenigen ist der Humor ihr Spielplatz und ihr Schlachtfeld. Dort dulden sie nur ihr eigenes Gesetz. Dort wird exekutiert und Exempel statuiert.
Und wenn mal was schief geht, war alles bloß ein Spaß. Und wer ist schon gern ein Spielverderber?
Sind Menschen nicht wirklich ein lustiges Völkchen? Unter sich sind sie Spaßvögel, die Wächter der Sitte und Moral dann auf der Hut vor den Nihilisten. Diese haben keine Verkleidung. Sie lachen, wenn Ihnen danach ist. Und dafür sind sie des Teufels. Denn so bleiben die eigenen Grenzen in Takt und wieder einer ist erfolgreich gebannt.
Wer lacht, urteilt. Wer reagiert, verliert. Wer schweigt, regiert.
Doch die Wahrheit ist nur lustig, wenn die Wirklichkeit es auch ist. Was wir toxische Positivität nennen, ist in Wahrheit die Kapitulation vor Clowns. Und das ist schon irgendwie lustig.
Kinder finden Clowns gruselig. Denn die geben nichts Preis und machen alles lächerlich. Das finden nur Erwachsene wieder lustig. Denn die haben sich an diese Grotesque gewöhnt.
Humor ist ein scharfes Schwert. Und die moderne Gesellschaft ein Haufen geköpfter Reiter. Wer von Herzen lacht und Freude hat, wird schnell einen Kopf kürzer gemacht. Denn nichts erträgt der Spötter weniger, als wenn jemand über ihm steht. Gott hat sicher keinen Humor. Er freut sich bloß. Mit wem sollte er schon Scherze machen? Echter Humor funktioniert nur unter gleichen.
Und als ich ihm gesagt habe, wir seien ein gutes Team, hat er bloß gelacht.